Die Dienerin: Tjänsteflicka, tjänarinna, hembiträdet und piga

Das Wort Dienerin wird auch in der deutschen Sprache nur noch selten als Synonym für Bedienstete, Hausangestellte, Bedienerin, Hausmädchen oder auch Magd benutzt, kommt jedoch in älteren Texten noch relativ häufig vor. In der schwedischen Sprache unterscheidet man bei der Dienerin zwischen tjänarinna, tjänsteflicka, hembidträdet und piga.
 
Das schwedische Wort tjänarinna, oder auch trotjänarinna, kommt in der schwedischen Sprache nahezu ausschließlich in historischem Zusammenhang vor und war früher eine Bezeichnung für nahezu jede Art von Dienerin, sowohl im Haushalt, als auch in der Landwirtschaft. Weniger gebildete Frauen hatten oft keine andere Wahl als tjänarinna zu werden, wobei hierbei oft vorausgesetzt wurde dass die tjänarinna nicht verheiratet war um nahezu immer einsatzbereit zu sein.
 
Das Wort tjänsteflicka (Hausgehilfin) bezeichnete insbesondere junge Frauen, die im Haushalt arbeiteten und vor allem in der Küche tätig waren oder/und sich um Kinder kümmerten, auch wenn man in letzterem Fall oft von der barnflicka (Kindermädchen) sprach. Tjänsteflicka galt als die unterste Stufe einer Dienerin, die in der Regel auch im Haushalt wohnte und nahezu rund um die Uhr zur Verfügung stehen musste.
 
Die hembiträde (Hausangestellte) arbeitete vor allem bei wohlhabenden Familien und war für den gesamten Haushalt verantwortlich, hatte daher bisweilen auch tjänsteflickor unter sich, die die gröbere Arbeit leisten mussten. Während ein tjänsteflicka oft nur bis zur Ehe arbeitete, war hembiträde sehr häufig ein dauerhafter Beruf.
 
Die piga (Magd, Dienstmädchen) wiederum war in der Regel die Magd in der Landwirtschaft. Je nach Größe eines Gutes fand man dort sowohl pigor als auch tjänsteflickor, wobei die piga dann die landwirtschaftliche Arbeit leistete und das tjänsteflicka im Haushalt arbeitete. Wenn sich ein Landwirt nur eine Angestellte leisten konnte, so musste die piga alle Aufgaben übernehmen.
 
Diese Trennung der Wortinhalte obiger Worte entstand vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Vorher war diese Trennung kaum vorhanden, wobei man eine Dienerin im 19. Jahrhundert oft auch nur als jungfru (Jungfrau) oder husjungfru bezeichnete.
 
 
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