Der Nebel wird zu dimma, dis und töcken
Während man im Deutschen für Nebel nur zwei Worte benutzt, nämlich Nebel für die dichte Erscheinung, die die Sicht deutlich behindert, und Dunst für den sehr schwachen Nebel, der bisweilen nahezu unsichtbar ist und vor allem den Fotografen stört, verwendet man im Schwedischen drei Worte für diese fein verteilten Wassertröpfchen, nämlich dimma, dis und töcken.
Der dimma entspricht am ehesten dem deutschen Nebel und existiert dann, wenn die Sicht unterhalb eines Kilometers liegt. Wie im Deutschen, so unterscheidet man natürlich auch in Schweden noch die verschiedenen Nebelarten wie Eisnebel (isdimma), Strahlungsnebel (strålningsdimma), Advektionsnebel (advektionsdimma) usw., wobei alle diese Worte gemeinsam mit dem Grundwort dimma verwendet werden, mit einer einzigen Ausnahme, denn der Seenebel, auch Seerauch oder Meerrauch genannt, wird im Schwedischen der sjörök.
Von dis spricht man im Schwedischen wenn sich die Sichtweite von einem Kilometer bis zehn Kilometer erstreckt. Das Wort dis entspricht daher weitgehend dem deutschen Dunst. Der dis muss allerdings kein Wetterphänomen sein, denn es gibt den avgasdis (Abgasdunst), den regndis (Regendunst) und andere Dunstarten. Wenn man allerdings allgemein von dis spricht, so ist dieses Phänomen von Wasserdunst verursacht, denn wenn es sich um Rauch oder andere trockene Partikel, zum Beispiel Staub, handelt, die die Sicht beeinträchtigen, so spricht man vom torrdis, einer Luftverunreinigung, die in der deutschen Meteorologie mit trockenem Dunst und Staubdunst übertragen wird.
Spricht man im Schwedischen von töcken, so meint man jede Art von Dunst oder Nebel, vor allem auch im übertragenen Sinne, wobei man dabei den Schwerpunkt auf das undeutliche Sehen auf Grund von Nebel, Rauch, Abgasen, Sonnendunst und anderem ausdrücken will. Man sagt daher dass man etwas wegen des töcknet kaum erkennen kann. Gleichzeitig wird dieses Wort dann verwendet, wenn man etwas "im Dunkeln" halten will oder eine Sache auf ungewissen Aussagen oder auch die Mythologie beruht. Die Heldentaten der nordischen Götter findet man daher in myternas töcken, versteckt in der nordischen Mythologie. Man könnte also sagen, dass man bei der Benutzung des Wortes töcken in irgendeiner Weise "einen Schleier vor den Augen" hat.
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